Karl Valentin
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  Altmünchner Stadtfotos, gesammelt von Karl Valentin- nostalgischer Rückblick auf die gute, alte Zeit ...  
 
     
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Karl Valentin und München- diese beiden Begriffe gehören fest zusammen, auch wenn der berühmte Autor und Komiker seinen Wirkungskreis im Laufe der Zeit über ganz Deutschland und postum mittlerweile auch international erweitern konnte.

Karl Valentin war aus tiefstem Herzen Münchner und hing sehr an seiner Heimatstadt. In die "Fremde", und war es nur in das nahegelegene Augsburg, verreiste der Künstler mit zunehmendem Lebensalter nur mehr widerwillig.

Zeit seines Lebens dachte Valentin voll Wehmut an seine Kinderzeit im Münchner Stadtviertel Au zurück. Für ihn war diese Epoche der Inbegriff der "guten, alten Zeit", eine überschaubare, geordnete und heile Welt.

Heutzutage ist es schwierig, sich das Leben damals in München um 1900 vorzustellen.

Betrachtet man die Altmünchner Stadtansichten, die Valentin so leidenschaftlich sammelte, gewinnt man einen Einblick in das pittoreske Leben in der Münchner Au, dem Stadtviertel, in dem Karl Valentin aufgewachsen ist.

 
         
 

Glückliche Kindheit in der Au

Die Au, heute mitten im Zentrum Münchens gelegen, war damals ein ländlicher Vorort Münchens, bis sie schliesslich knapp 30 Jahre vor Valentins Geburt eingemeindet wurde. Direkt an der Isar gelegen, wurde die Vorstadt hauptsächlich von Arbeitern und kleinen Handwerkern bewohnt. Es gab bäuerliche Idylle, Wiesen und Tierhaltung, aber auch feuchte, rasch zusammen-gezimmerte Arbeiterquartiere, Arbeitslose, Bettler, Hausierer und viele ausländische Arbeitskräfte, hauptsächlich aus Italien und Südeuropa. Bei der Münchner Stadtbevölkerung galten die Auer als streitsüchtig, leichtsinning und unberechenbar und diese wiederum hielten die Stadt-Münchner für überheblich. In vielen Szenen Karl Valentins begegnen uns die Auer kleinen Leute, die Handwerker und Arbeiter, Lehrbuben und Hausfrauen in ihrem steten Kampf gegen arrogante Bürger und andere Widrigkeiten des Schicksals.

Aus vergleichsweise gutsituiertem Hause stammend, umsorgt von liebevollen Eltern und ohne materiellen Existenzdruck konnte der junge Valentin in dieser kleinbürgerlichen, oft chaotischen Welt ungezwungen aufwachsen. Zeitlebens erinnerte sich Karl Valentin gerne an seine Kindheit und an seine Jugendstreiche, die er zusammen mit anderen Auer Lausbuben ausheckte. Auch seine Bühnenleidenschaft entwickelt sich hier- die Auer Jungenbande führt nach Marionettentheater-Vorlagen Goethes Faust oder den Freischütz im Hinterhof des Elternhauses von Karl Valentin auf.

Die Tradition der Volkssänger

Für ihren Lebensunterhalt mussten die Auer Bürger sehr hart arbeiten. Daher war das Bedürfnis nach Ablenkung und Erholung vom harten Alltag sehr groß. Ohne Fernsehgerät und Radio gab es wenig andere Möglichkeiten, einfach mal abzuschalten, als sich in geselliger Runde im Gesangs- oder Schützenverein, im Wirtshaus bei Musik oder Theaterdarbietungen zu treffen. Dabei ist das Publikum nicht anspruchsvoll- einige Bretter auf Fässer gestellt und einige wenige einfache Musikinstrumente genügen als Zutaten für ein paar vergnügte Stunden. Die Künstler spielen volkstümliche Musik, führen erbauliche oder gruselige Theaterszenen auf und singen humoristische oder gefühlvolle Lieder.
Um die Jahrhundertwende hat München ca. 500 000 Einwohner und ca. 1500 Gaststätten, davon 47 große Bierhallen, in denen Volkssänger auftraten. Bis in die dreißiger Jahre hinein hielten sich in München noch um die 80 der beliebten Volkssängerlokale, die schließlich der Konkurrenz der modernen Unterhaltungsmedien Radio und Kino weichen mussten. Auch waren die Zeiten der

Aber noch ist es nicht so weit und die Münchner besuchen fleissig die Singspielhallen und lauschen den Darbietung auf der Bühne.
Einige der Couplets werden zu "Hits", zu vielgesungenen "Gassenhauern" und ebenso gibt es "Stars" unter den Volkssängern in den volkstümlichen Singspielhallen, die eine große Fangemeinde haben. Einer davon ist der berühmte Musikkomiker Karl Maxstadt, dessen Darbietungen den jungen Schreinerlehrling Karl Valentin so faszinieren, dass er beschliesst, sein Glück ebenfalls auf der Bühne zu suchen.

Karl Valentin beginnt seine künstlerische Karriere zunächst in der Tradition der Volkssänger und sieht sich zeitlebens selbst als Volkssänger.

Es wird ungemütlich in der Stadt

Das Verhältnis Valentins zur Stadt München wird im Laufe der Jahre immer mehr getrübt.
Mit der Münchner Obrigkeit und deren vielfältigen Auflagen hat Karl Valentin so manche Schwierigkeit. So gibt er sein 1931 geöffnetes eigenes Theater, den "Goethesaal" in der Schwabinger Leopoldstraße nach einigen wenigen Tagen auf, da er von den vielen behördlichen Auflagen zermürbt ist. Unter anderem wird offenes Feuer auf der Bühne verboten und der bei seinen Stücken sehr penible und genaue Karl Valentin möchte auf eine brennende Zigarettenkippe als wichtiges Requisit nicht verzichten.

Wenig Erfolg ist auch der Grusel- und Raritätenschau "Panoptikum" beschieden, die Valentin 1934 eröffnet. Das Münchner Publikum nimmt die Schau nicht an und Valentin muss unter großen finanziellen Verlusten bald wieder schliessen.

Es ist keine gute Zeit für ein Panoptikum, die Realität ist skurril genug: Die künstlerische Freiheit wird immer mehr beschnitten, immer mehr Bühnen werden geschlossen, Valentins Film die "Erbschaft" fällt 1936 der Zensur wegen "Elendstendenzen" zum Opfer.

Als Valentin 1938 seine Sammlung Altmünchner Stadtansichten an das Stadtarchiv verkauft, kommt weiterer Kummer auf ihn zu. Die Stadtarchivare stellen seine Sammlung nicht nur nicht wie von ihm gewünscht, den Münchnern in Ausstellungen zur Verfügung, sondern verweigern ihm auch noch den Abdruck und die weitere Verwertung der Bilder. Nach den Buchstaben des Vertrages ist das Stadtarchiv im Recht, aber Valentin ist tief enttäuscht von der fehlenden Unterstützung durch die Stadtvewaltung.

Als der Krieg beginnt, zieht sich Valentin ganz aus der Öffentlichkeit zurück und verlässt München. Es ist nicht nur die Bedrohung durch feindliche Bomben, die Valentin verstummen lässt. Das München, in dem er aufwuchs, in dem er in den zwanziger Jahren Erfolge feierte, existiert nicht mehr.

Im Exil

Im Planegger "Exil" während des Krieges und danach schreibt und grübelt der Künstler viel. Er lebt in Planegg, einem Vorort Münchens, heute mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln nur einen Katzensprung von der Innenstadt entfernt, damals ein bäuerliches Dorf mit schlechter Verkehrsverbindung nach München, abgeschnitten vom kulturellen Leben der Stadt.

Nach dem Krieg befindet sich Valentin in einer schwierigen Situation. Er möchte zurück in die Münchner Innenstadt ziehen, aber die Stadt kann ihm keine Wohnung als Ersatz für seine zerstörte Stadtwohnung zur Verfügung stellen. Zwar erhält Valentin 1946 als Unterstützung eine auf ein Jahr befristete Anstellung als Depotverwalter der Musikinstrumentensammlung des Münchner Stadtmuseums, bezieht er eine Sonderzuweisung Kohlen.

Aber Valentin möchte vor allem eines: wieder auftreten, mit seinen Filmen und Tonaufnahmen das Publikum erreichen. Doch das gestaltet sich schwierig:
Während Valentin den allgemeinen Zusammenbruch und den Irrsinn des Krieges nicht verdrängt, sondern sehr bitter und sehr genau die Gründe für die Katastrophe analysiert, möchten das Publikum diese unangenehmen Wahrheiten nicht hören.
Valentin kommt beim Publikum nicht mehr an, seine Radio-Sendung wird nach Zuhörerprotesten vom Bayerischen Rundfunk eingestellt. Die Proteste werden Valentin verschwiegen, doch die Absetzung der Sendung tut weh. Valentin ist nicht nur tief verletzt, sondern auch ohne nennenswerte Einnahmequellen. Seine finanziellen Ressourcen sind erschöpft.
Er tritt wieder mit Liesl Karlstadt in Münchner Kleinkunstbühnen auf, doch seine Gesundheit ist untergraben.

Der große Karl Valentin stirbt im Februar 1948 an den Folgen einer einer nicht auskurierten Erkältung, die er sich bei einer unfreiwilligen Übernachtung in einer nicht geheizten Garderobe zugezogen hat.

Postumer Erfolg

Nach Valentins Tod erinnern sich die Münchner nur langsam wieder an das künstlerische Werk Karl Valentins:

Zwar wird 1948 eine Straße im Stadtteil Forstenried nach ihm benannt, doch die Stadt lässt es 1953 ohne eigenes Kaufangebot zu, dass sein Nachlass für die Summe von 7000,- Mark an den Sammler Carl Niessen verkauft wird, der die Sammlung später an die Theaterwissen-schaftliche Sammlung des Instituts für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität Köln auf Schloß Wahn weiterveräußert.
Der Nachlass ist dort allerdings nicht öffentlich zugänglich.

1953 wird der Karl Valentin-Brunnen auf dem Münchner Viktualienmarkt eingeweiht, ein Jahr darauf (1954) wird eine Gedenktafel an Valentins Geburtshaus angebracht.

1959 eröffnet als Ergebnis der privaten Initiative von Hannes König das "Valentin Musäum" im Münchner Isartorturm, unweit des Marienplatzes.

1982 ehrt das Stadtmuseum den berühmten Komiker mit einer großen Ausstellung anlässlich seines 100. Geburtstages.

Heute sind die Stadt München und die Münchner wieder sehr stolz darauf, Karl Valentin als Münchner Künstler von Weltrang präsentieren zu können.
Valentin findet wieder statt, er ist eine feste Größe, nicht nur im Bayerischen Rundfunk und Fernsehen, sondern auch in den Theatern und Kleinkunstbühnen.

Und der Name Karl Valentin ist auch in seiner geliebten Heimatstadt wieder das, was er so lange Zeit vor dem Krieg für die Münchner war: ein Publikumsmagnet.

 
     
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"Alle anderen mit Ausnahme der Eskimos und Indianer haben mehr Interesse an mir als meine 'Landsleute'."

 
     
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"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde."

 
     
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"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen."

 
     
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