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konnte, die ihm von Seiten der Vertreter der "Hochkultur" wie keinem anderen Kollegen mit vergleichbarer künstlerischer Herkunft entgegengebracht wurde.
Heute ist das "Crossover" der Kulturen schon Alltag geworden, Philharmoniker treten mit HipHopern auf , die Werke von Graffitti-Künstlern hängen in angesehenen Museen und Gerhard Polt und die Biermös´l Blosn sind Publikumsmagneten in den Münchner Kammerspielen. Aber zu Karl Valentins Lebzeiten war etwas Ähnliches noch fast undenkbar, die große Kultur rümpfte die Nase vor den Bühnendarstellern der bürgerlichen Singspielhallen und die Auftritte Karl Valentins in den Kammerspielen und vor dem verwöhnten Berliner Publikum sind daher für die damalige Zeit etwas sehr Außergewöhnliches.
Dass ein Karl Valentin, der sich stets auf seine Zugehörigkeit zur Münchner Volkssängerzunft berief, von Menschen jedoch, die etwas davon verstehen, schon immer als ganz besonderer, einzigartiger Künstler wahrgenommen wurde, kann man den folgenden Zitaten entnehmen: |
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Bertolt Brecht: Eine der eindringlichsten geistigen Figuren "Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz. Er ist von einer ganz trockenen, inneren Komik, bei der man rauchen und trinken kann und unaufhörlich von einem innerlichen Gelächter geschüttelt wird, das Durchaus nichts besonders Gutartiges hat.
Denn es handelt sich um die Trägheit der Materie und um die feinsten Genüsse, die durchaus zu holen sind. Hier wird uns gezeigt die Unzulänglichkeit aller Dinge, einschließlich uns selber. Wenn dieser Mensch, eine der eindringlichsten geistigen Figuren unserer Zeit, den Einfältigen die Zusammenhänge zwischen Gelassenheit, Dummheit und Lebensgenuß leibhaftig vor Augen führt, lachen die Gäule und merken es tief innen.
" Es ist nicht einzusehen, inwiefern Karl Valentin dem großen Charlie [Chaplin], mit dem er mehr als den fast völligen Verzicht auf Mimik und billige Psychologismen gemein hat, nicht gleichgestellt werden sollte, es sein denn, man lege allzuviel Gewicht darauf, daß er Deutscher ist."
Bertolt Brecht 1922 im Programmheft der Kammerspiele über Karl Valentin
Kurt Tucholsky: Der Linksdenker
"Ein zaundürrer, langer Geselle, mit langen, spitzen Don-Quichotte-Beinen, mit winkeligen, spitzigen Knien, einem Löchlein in der Hose, mit blankem, abgeschabtem Anzug. Sein Löchlein in der Hose- er reibt eifrig daran herum. "Das wird Ihnen nichts nützen!" sagt der gestrenge Orchesterchef. Er, leise vor sich hin: "Mit Benzin wärs scho fort!" Leise sagt er das, leise, wie seine schauspielerischen Mittel. Er ist sanft und zerbrechlich, schillert in allen Farben wie eine Seifenblase; wenn er plötzlich zerplatzte, hätte sich Niemand zu wundern."
"Und es beginnt die seltsamste Komik, die wir seit langem auf der Bühne gesehen haben: ein Höllentanz der Vernunft um beide Pole des Irrsinns. Das ist eine kleine Seele, dieser Bläser, mit Verbandsorgan, Tarif, Stammtisch und Kollegenklatsch. Er ist ängstlich auf seinen vereinbarten Verdienst und ein bißchen darüber hinaus auf seinen Vorteil bedacht. "Spielen Sie genau, was da steht," sagt der Kapellmeister, "nicht zu viel und nicht zu wenig!" " Zu viel schon gar nicht!" sagt das Verbandsmitglied."
"Ich muß lange zurückdenken, wann in einem Theater so gelacht worden ist.
Er denkt links. Vor Jahren hat er einmal in einem Münchner Bierkeller gepredigt: "Vorgestern bin ich mit meiner Großmutter in der Oper "Lohengrin" gewesen. Gestern Nacht hat sie die ganze Oper noch einmal geträumt; das wann i gwußt hätt hätten wir garnicht erst hingehen brauchen."
"Karl Valentin [gibt es] aber nur ein Mal, weil er ein seltener, trauriger, unirdischer, maßlos lustiger Komiker ist, der links denkt."
Kurt Tucholski als Peter Panter 1924 in der "Weltbühne", nach der Berliner Aufführung der Orchesterprobe
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